Wie bewerben? Selbstbewusst bewerben!

Vorab ein grundlegender Ratschlag, der schon so manchem die Tür zum erstrebten Job geöffnet hat:

Seien Sie selbstbewusst, vom Anfang der Bewerbung bis zur Vertragsunterzeichnung! Sie sind nicht irgendein Bittsteller, der hofft, durch viel Glück an irgendeine Einkommensquelle zu gelangen - Sie vermitteln stattdessen den Eindruck, dass es Ihnen genau um diese eine Stelle, um diese eine Tätigkeit geht, auf die gerade Sie besonders gut passen! (Dass Sie noch zig Bewerbungen im Hintergrund laufen haben, wissen nur Sie). Wer schon zu Beginn zu tief stapelt und sein Können zu stark relativiert, hat schon verloren. Daher:

Lassen Sie sich nicht von Nebensächlichkeiten in Stellenanzeigen verunsichern. Wenn bspw. Branchenkenntnisse wünschenswert sind, man aber bisher in dem Bereich noch keine Erfahrung sammeln konnte - lassen Sie sich nicht abschrecken! Argumentieren Sie nach dem Schema "Was ich bisher zwar nicht hatte, kann ich in kurzer Zeit aufholen, besonders im Rahmen der von hnen angebotenen Stelle, auf die ich ansonsten ausgezeichnet passe, weil ... !"

Und nun ran an die Bewerbung!


Was den Personaler interessiert

Der Personalleiter eines deutschen Groß-Konzerns kann Empfänger von bis zu 20.000 Bewerbungen pro Jahr sein - bei Continental beispielsweise bekommen davon lediglich 50 Kandidaten auch ein Stellenangebot; beim Logistikriesen Deutsche Post World Net zählt man weltweit über eine Million Bewerbungen; das 325-köpfige Recruitingteam von Siemens bearbeitet jährlich 220.000 Einsendungen (Quelle: Karriere.de). Folge: 60 Prozent der Personaler blättern eine Bewerbung in maximal 4 Minuten durch! Ihre Chancen, sich ausführlich zu präsentieren, stehen also schlecht. Wie gehen Sie nun am besten vor?


Greifen Sie zum Hörer - und rufen Sie vorher an! Informieren und vorher anrufen - spart Arbeit!

Wussten Sie schon, dass mehr als zwei Drittel aller Bewerber bei einem potenziellen Arbeitgeber anrufen, bevor sie sich bewerben? Drei von vier Personalern freuen sich über solche Anrufe (Quelle: Karriere.de). Das verbleibende Viertel ist vermutlich eher genervt von solchen Anrufen, wird aber Ihre Bewerbung im Anschluss auch nicht aussortieren, nur weil Sie zuvor angerufen haben - wenn es einen entsprechenden Bedarf gibt. Gibt es keinen, brauchen Sie auch keine aufwendige Bewerbungsmappe hinschicken, ohne vorher angerufen zu haben. Und der Personaler spart sich Eingangsbestätigung, Zwischenbescheid und Absage.

Wichtig: Vor der telefonischen Kontaktaufnahme sollten Sie gut über das Unternehmen und seinen Markt informiert sein!


Womit bewerben?

Ihre Bewerbung besteht üblicherweise aus:

  1. Lebenslauf
  2. Anschreiben und
  3. Zeugnissen (Zwischenzeugnis und Arbeitszeugnisse, bei Absolventen auch das Abiturzeugnis)

Für manche überraschend: Gelesen wird die Bewerbung gerne in der oben angegebenen Reihenfolge - der Lebenslauf ist am wichtigsten. Ihr entnimmt der Personaler Hinweise auf Ihre Eignung - ohne dass Sie ihn mit einer überflüssigen "dritten Motivationsseite" ("Ich bin teamfähig, belastbar, flexibel") langweilen (zynische Personaler zählen hier die Adjektive und machen sich über die Bewerber lustig). Im Anschreiben sucht man dann eher nach einer Begründung, warum Sie wechseln wollen oder sich gerade für diese Firma oder Position interessieren. In die Zeugnisse guckt man dann noch, um die Tätigkeitsbeschreibung zu lesen oder um zu sehen, ob es mit Ihnen Probleme bei vorherigen Arbeitgebern gab.

Das Anschreiben ist zwar wichtig. Es kann textlich bereits in der Mail selbst stehen, genauso ist es aber üblich, ein separates Anschreiben als Word- oder PDF-Dokument anzuhängen. Das Herzstück einer Bewerbung ist aber nicht das Anschreiben, sondern der Lebenslauf, da hiernach Ihre Eignung im Vergleich zu den Mitbewerbern beurteilt wird.


Karriereberater

Noch eine Anmerkung zu Karriereberatern: Es gibt auf dem Markt eine ganze Menge häufig selbsternannter "Karriere-Päpste" und "Bewerbungs-Coachs". Viele von Ihnen haben ein ausgesprochen sicheres Beobachtung-Gespür und können auf eine langjährige Erfahrung im Umgang mit Bewerbern zurückgreifen. Dennoch sollten Sie auch dem einen oder anderen "Papst" unter Ihnen ruhig die Frage stellen: "Und wie oft haben Sie sich schon erfolgreich beworben?"


 



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